Versicherungswissen

Grundfähigkeitsversicherung

Die sogenannte Grundfähigkeitsversicherung kann in vielen Fällen eine echte Alternative zur herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherung darstellen. Der Unterschied liegt in der Frage, ab wann eine Leistung durch den Versicherer gezahlt wird.

Bei einer herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherung wird die Leistung erst gewährt, wenn es in Folge eines Unfalls oder einer Erkrankung zu einem Verlust der Arbeitskraft kommt, die dann im weiteren Verlauf dazu führt dass der eigene Beruf zu weniger als 50 % ausgeübt werden kann.
Die Grundfähigkeitsversicherung hingegen leistet schon dann, wenn bestimmte Grundfähigkeiten, zum Beispiel die Sinne, in starkem Maße beeinträchtigt sind und nicht mehr zur Verfügung stehen. Ob der Verlust dieser Grundfähigkeit/en dann auch wirklich zu einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit führt, ist dabei absolut uninteressant für die Frage ob geleistet wird oder nicht.

Bei den meisten Versicherern ist der Grundfähigkeitenkatalog nach schweren und minder schweren Beeinträchtigungen aufgeteilt. Sehen, Orientieren, Tasten und Sprechen gehören dabei meist zu den schweren Beeinträchtigungen. Hier muss allerdings auch eine wirklich schwerer Schaden vorliegen, z.B. weniger als 4 % Sehkraft oder der komplette Verlust des Orientierungsvermögens.
Bei den minder schweren Beeinträchtigungen handelt es sich aber immer noch um relativ harte Schäden, z.B. den Verlust Treppen zu steigen, den Verlust zu knien, den Verlust zu stehen, den Verlust zu greifen oder den Verlust zu heben und tragen. Dies sind nur einige Punkte aus dem umfangreichen Katalog.

Von den schweren Grundfähigkeitsverlusten reicht meist einer aus um eine Leistung aus der Versicherung zu bekommen. Von den Leichten müssen es hingegen meist zwei oder drei sein, damit geleistet wird.

Die Wahrscheinlichkeit dass man mit einer der genannten Beeinträchtigungen auch berufsunfähig wird ist zwar relativ hoch, sicher ist es aber nicht. Die Grundfähigkeitsversicherung geht nur von dem Krankheitsbild aus und nimmt diese als Leistungsprüfung - eine durchaus faire Vorgehensweise.